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Anleger finden Otto nicht so gut
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  Anleger finden Otto nicht so gut, 27.04.08
Der Versandhändler Otto hat erstmals in seiner Firmengeschichte Geld am Kapitalmarkt aufgenommen. Doch der Start mit einer sogenannten Hybridanleihe ist missglückt. Das Volumen musste auf 150 Millionen Euro halbiert werden, weil die Verzinsung mit 6,5 % als zu gering angesehen wurde. Denn Hybridbonds haben zumeist kein festes Laufzeit-Ende, vielmehr ein einseitiges Kündigungsrecht des Schuldners, in diesem Falle nach 7 Jahren. Ein erheblicher Nachteil, weil damit die Marktgängigkeit des Papiers stark eingeschränkt ist. Außerdem darf Otto als Schuldner die Zinszahlungen bei Bedarf hinausschieben. Deshalb kann Otto die Anleihe als Eigenkapital bilanzieren, was umgekehrt bedeutet, dass die Anleger keine ordentliche Position als Gläubiger, sondern eher eine Eigentümerstellung ohne Mitspracherecht haben. Hinzu kommt, dass die Anleihe kein Rating einer angesehenen Agentur hat. Der Konsortialführer Deutsche Bank findet das gut, die Anleger jedenfalls nicht. Gut so.
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Beuteland
Das Ökonomische ist immer auch politisch, weil Macht, Geld und Moral zusammen spielen. Bruno Bandulet, der einst über Adenauers Außenpolitik promovierte, zeichnet in seinem neuen Buch eindrucksvoll und ungewohnt eine Epoche deutscher Geschichte nach: Von der "Stunde Null" 1945 über die bis 1990 mühsam erkämpfte Selbstbestimmung und die mit der Einführung des Euro wieder verloren gegangene Souveränität Deutschlands. Wer die Finanz- und Zuwanderungskrise in Europa besser verstehen und einordnen will, sollte sich diese im Juli 2016 erschienene aufrüttelnde Abhandlung nicht entgehen lassen. Doch Vorsicht: Als Leser braucht man dafür starke Nerven und intakte Halsschlagadern.


 

 
 
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