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Eine Lanze zu Pfingsten für Angela Merkel
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  Eine Lanze zu Pfingsten für Angela Merkel, 26.07.10

Von:
Zwischenrufer

Kommentar: Die seit 2008 andauernde Finanzkrise hat es an den Tag gebracht: Unsere Bundesregierungen, voran die Bundeskanzlerin, sind überfordert. Angela Merkel hat zwar von ihrem Mentor Helmut Kohl das oftmals erfolgreiche Aussitzen von Problemen gelernt, nicht aber, historische Stunden richtig zu deuten und die seltenen Gelegenheiten beim Schopfe zu packen; mit einem Strippenzieher an der Seite, wie es 1989 Hans-Dietrich Genscher einer war. Die Bundeskanzlerin hat in diesen Tagen nicht erkannt, dass sie als "Madame No" den Deutschen einen großen Dienst hätte erweisen können, ja müssen. Denn sie ist den Deutschen verpflichtet, das hat sie geschworen. -----
Der Umstieg von der DM auf den Euro hat eine erweiterte Schicksalsgemeinschaft mit sich gebracht, nicht aber die Verpflichtung, für jedes Euroland mitzuhaften. Erhalten Länder im Euroland von den Finanzmärkten kein frisches Geld mehr zu bezahlbaren Zinssätzen, müssen sie das Euroland verlassen. Der Fortbestand des Euro ist auf Dauer nur mit marktwirtschaftlichen Mitteln zu sichern. Das will so mancher Politiker nicht wahrhaben, Angela Merkel wieder voran. Politische Pakete mit Milliardenaufwand zur Rettung des Euro und der großen Geldhäuser sind folglich überflüssig. Auf den Märkten tritt schnell wieder Ruhe ein, wenn schwache Marktteilnehmer ausscheiden und Spekulanten mit einfachen, kostenlosen Mitteln wie dem Verbot von Leerverkäufen an die Kette gelegt werden. Hauptsache, die Länder setzen kein staatliches Geld gegen die Spekulationswellen. Damit verbundene Euro-Kursschwankungen gehören zum Markt. Beruhigend: Letztlich tarieren sich Kurse immer an wirtschaftlichen Gegebenheiten aus. Problematisch ist dagegen, wenn sich Staaten einschalten und versuchen zu regulieren. Das heizt die Spekulation nur an und verbrennt staatliches Haushaltsgeld. Es reicht vollkommen aus, den behutsamen Eingriff der EZB "im stillen Kämmerlein" zu überlassen. -----
Angela Merkel hat dem Druck der (ebenfalls irregeleiteten) Kollegen aus dem Euroland aus Mangel an Courage und im Glauben an eine dauerhafte Reputation als Regierungs-Chefin nachgegeben. Dem Deutschen Volk hat sie damit geschadet. Sollten nach dem "Euro-Rettungspaket" auch noch Steuererhöhungen für die Deutschen beschlossen werden, wird es die europäischen Nachbarländer freuen. Wir aber sind gefordert, uns mit aller Macht dagegen zu wehren. Mehreinnahmen sind Mehrausgaben. Mehreinnahmen verhindern Sparen. -----
Angela Merkel könnte einem leidtun, hätte sie sich nicht aus freien Stücken um das Amt der Bundeskanzlerin beworben. Jahr für Jahr 24 Stunden am Tag im Einsatz und in Bereitschaft zu sein, kein Privatleben mehr führen zu können, ständig mit Schlafdefiziten die Gesundheit zu ruinieren, immer auf der Hut sein zu müssen vor den politischen "Freunden", das alles für einen Mindestlohn von etwa 30 Euro pro Stunde, wer ist schon dazu bereit? Lassen wir es also über Pfingsten gut sein mit unserer Kritik an der Bundeskanzlerin. Oder möchten wir lieber von Kanzlern wie Schäuble, Koch, Mappus, Seehofer, Wulf, Müller, Westerwelle, Gabriel, Nahles, Steinmeier, Kühnast, Roth, Trittin regiert werden? Karl-Theodor zu Guttenberg wollen wir das Amt seiner Familie zuliebe besser nicht wünschen.

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Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung
"Noch nie stand Deutschland so einsam da wie unter Angela Merkel", schreibt Markus Vahlefeld in seinem im Mai 2017 erschienenen Essay. Die deutschen Leitmedien aber stehen an ihrer Seite und erklären zu Demokratiefeinden, die nicht dem "humanitären Imperativ" der Bundeskanzlerin folgen. Diese moralische Hochnäsigkeit bestimmt das neue deutsche Selbstwertgefühl, gepaart mit Heuchelei und Hybris. Deutschland sieht sich als das letzte aufrechte Land dieses Erdenrunds und isoliert sich zusehends von den nachbarlichen und westlichen Staaten. "Es gibt einige gute und sehr gute Texte über die geistig-moralische Wende, die von der Kanzlerin zum politischen Programm erhoben wurde. Dieser hier - ich meine das Buch von Markus Vahlefeld - ist der beste", schreibt Henryk M. Broder im Vorwort. So ist es.


 

 
 
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