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Kasino-Kapitalismus
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  Kasino-Kapitalismus, 05.08.09

Von:
Ärgerlicher Steuerzahler

Kommentar: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte in der "Passauer Neuen Presse": "Manche Aufsichtsräte und Manager leben in einer anderen Welt. Die haben den Knall nicht gehört. Sie sind verantwortlich dafür, dass die Zustimmung zu unserem Wirtschaftssystem abnimmt." Das ist nur die halbe Wahrheit. Hätten die Staatslenker Kasino-Banken wie die "Hypo Real Estate" (professionell und unter Schonung privater Anleger) vom Markt verschwinden lassen, bräuchten sie sich jetzt nicht darüber aufzuregen, dass das Spiel schon wieder in vollem Gange ist. Nun sind sich die Kasino-Spieler sicher: Gewinne wandern in die eigene Tasche, Verluste trägt der Steuerzahler. Doch politische Selbstkritik dürfen wir nicht erwarten. Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr.

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Beuteland
Das Ökonomische ist immer auch politisch, weil Macht, Geld und Moral zusammen spielen. Bruno Bandulet, der einst über Adenauers Außenpolitik promovierte, zeichnet in seinem neuen Buch eindrucksvoll und ungewohnt eine Epoche deutscher Geschichte nach: Von der "Stunde Null" 1945 über die bis 1990 mühsam erkämpfte Selbstbestimmung und die mit der Einführung des Euro wieder verloren gegangene Souveränität Deutschlands. Wer die Finanz- und Zuwanderungskrise in Europa besser verstehen und einordnen will, sollte sich diese im Juli 2016 erschienene aufrüttelnde Abhandlung nicht entgehen lassen. Doch Vorsicht: Als Leser braucht man dafür starke Nerven und intakte Halsschlagadern.


 

 
 
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