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Rationalität - Bauchgefühl: Mündige und kritische Bürger statt Aushorchen und Schubsen
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StierDie Finanzforschung versagt, weil die ökonomischen Modelle nichts taugen: "Wenn Menschen Immobilien oder Aktien oder andere Finanzprodukte bewerten, müssen sie immer das Unvorhersehbare mit einkalkulieren. Die Ökonomie macht es sich da zu einfach, sie geht davon aus, dass Anleger alle möglichen Entwicklungen kennen, wissen, wie wahrscheinlich sie sind, und auf diesen Einschätzungen beruhen ihre Handlungen. Das nennen meine Kollegen dann Rationalität. Aber so treffen Menschen keine Entscheidungen."

2017: Nobelpreis für Paternalismus: Big Data - Big Nudging

Der Chicago-Professor Richard Thaler erhält den Wirtschaftsnobelpreis für seine Arbeit zur Verhaltensökonomie. In seinem Buch "Nudge" beschreibt er sein Konzept für einen sanften Paternalismus. Bereits der US-Psychologe Daniel Kahneman hat 2002 den Nobelpreis für seinen Nachweis erhalten, wie leicht der Mensch dazu gebracht werden kann, Dinge zu glauben oder für richtig zu halten: Kahneman unterscheidet zwischen zwei Denkweisen, die der Mensch in sich vereinigt: System 1 ist schnell, ständig aktiv und schätzt Menschen und Situation aus dem Bauch heraus ein. System 2 ist analytisch, logisch, anstrengend und langsam.

Mit Hilfe ausgeklügelter Algorithmen und der wachsenden Bereitschaft junger Menschen, ihr Verhalten zu offenbaren und ihre privaten Daten im Wolkengebirge des Internets zu hinterlegen, steigt die Manipulationsgefahr immens. Dazu Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung:

Im 21. Jahrhundert brauchen wir nicht noch mehr Paternalismus und Nudging, sondern mehr informierte, kritische und mündige Bürger. Es wird Zeit, die Fernbedienung für das eigene Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Fassen wir zusammen: Menschen handeln immer sinnvoll. Ihr Handeln ist immer voller Sinn – aus der Innenperspektive. Mag es aus der Außenperspektive auch noch so verrückt, irrational, absurd, geschmacklos oder unmoralisch aussehen. Aus der Innenperspektive handeln Menschen immer rational; sonst hätten sie sich für eine andere Handlung entschieden. Das gilt eben auch für das Helfen, Unterstützen, für das Soziale – für all das, was der Verhaltensforschung als «beschränkt rational» gilt. Das hat schon eine ironische Pointe. Was wie eine nobelpreiswürdige Rettung des Menschen klingt, ist in Wahrheit ein Angriff auf seine Würde.
Reinhard K. Sprenger, --> NZZ, 2017




   

 
 
Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung
"Noch nie stand Deutschland so einsam da wie unter Angela Merkel", schreibt Markus Vahlefeld in seinem im Mai 2017 erschienenen Essay. Die deutschen Leitmedien aber stehen an ihrer Seite und erklären zu Demokratiefeinden, die nicht dem "humanitären Imperativ" der Bundeskanzlerin folgen. Diese moralische Hochnäsigkeit bestimmt das neue deutsche Selbstwertgefühl, gepaart mit Heuchelei und Hybris. Deutschland sieht sich als das letzte aufrechte Land dieses Erdenrunds und isoliert sich zusehends von den nachbarlichen und westlichen Staaten. "Es gibt einige gute und sehr gute Texte über die geistig-moralische Wende, die von der Kanzlerin zum politischen Programm erhoben wurde. Dieser hier - ich meine das Buch von Markus Vahlefeld - ist der beste", schreibt Henryk M. Broder im Vorwort. So ist es.


 

 
 
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