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Mini-Bargeld lachtDenken ist die schwerste Arbeit, die es gibt.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, dass sich so wenige Leute damit beschäftigen. 
(Henry Ford) 

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Was passiert, wenn weitere EU-Staaten Finanzhilfen brauchen?
11.04.10 
Von: Pessimessi
Frage: Leider ist zu befürchten, dass Griechenland kein Einzelfall in der EU und im Euro-Raum bleibt und weitere überschuldete Staaten nicht mehr in der Lage sind, ihre Zinsverpflichtungen zu erfüllen. Was passiert Ihrer Meinung nach im schlimmsten Fall?

Antwort:

Der "schlimmste Fall" kommt nicht von heute auf morgen. Sollten weitere EU-Staaten finanzielle Hilfen brauchen, wird so ähnlich wie im "Musterfall" Griechenland verfahren werden. Das heißt, ein Teil der Hilfskredite kommt vom Internationalen Währungsfonds IWF, ein zweiter Teil von den EU-Staaten. Sollte sich später herausstellen, dass sich die betroffenen Länder von alleine nicht aus der Finanzklemme befreien können, wird es Kapitaleinschnitte bei den Schulden geben. Die Gläubiger (IWF, andere Staaten, Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften, aber auch private Anleger) verlieren damit teilweise ihre Ansprüche, was sich in erheblichen Kursverlusten bei den Staatsanleihen ausdrückt. Mit diesem "Gesundungs-Modell" zu Lasten der Investoren und Anleger dürfte der Euro noch ein langes Leben vor sich haben.

Wo legen die Lebensversicherungen unsere Gelder an?
15.11.09 
Von: Lebensversicherter
Frage: Ich habe eine Kapital-Lebensversicherung und mache mir doch so meine Gedanken, ob das Geld dort gut angelegt ist. Was macht die Versicherung mit meinen monatlichen Beiträgen?

Antwort:

Ihre Gedanken sind berechtigt. Den Versicherungen fällt es momentan schwer, überhaupt den garantierten Mindestzins zu erwirtschaften. Er beträgt bei älteren Verträgen 4%, bei neuen Verträgen nur noch 2,25%. In diesem Jahr können sich die Lebensversicherungen glücklich schätzen, wenn sie 3% brutto erwirtschaften. Nach Abzug der laufenden Kosten verbleiben dann ca. 2,25% bis 2,5% Netto-Verzinsung für die Versicherten. Wie die Versicherungen die Gelder ihrer Kunden anlegen, gehört zu den geschäftlichen Geheimnissen. Im ganzen kann man sagen: Viel in Pfandbriefen, Bundesanleihen und anderen Staatsanleihen, außerdem einiges in Unternehmensanleihen, und eher weniger in Aktien und Fonds.

Was kann der Staat tun, um der Schuldenfalle zu entkommen?
24.06.09 
Von: Worm
Frage: Ihre aus meiner Sicht sehr realistischen Berichte über die wachsenden Staatsschulden machen mir große Sorgen. Was könnte der Staat denn tun, um nicht in die Schuldenfalle zu tappen?

Antwort:

Betrachten wir die Situation in Deutschland. Das Bundeskabinett hat heute beschlossen, bis 2013 neue Schulden in Höhe von 310 Milliarden Euro aufzunehmen. Allein für 2010 schlägt eine Rekordverschuldung von 86 bis über 100 Milliarden Euro zu Buche. Laut Finanzminister Peer Steinbrück gibt es dazu keine Alternative. Die nächste Regierung stehe vor einer "finanzpolitischen Mammutaufgabe", meinte der SPD-Politiker im ZDF. "Eins ist deshalb schon jetzt klar: wie immer die Regierungskonstellation nach dem 27. September aussehen wird, ­ es wird erhebliche Verteilungskonflikte geben", sagte der Minister in der FAZ.

Hier die alternativen und kombinierbaren Handlungsmöglichkeiten von Bund, Ländern und Kommunen, um der Schuldenfalle zu entkommen:
1. Ausgaben senken --> unpopulär, Spielraum begrenzt.
2. Steuern erhöhen --> unpopulär, könnte die Bürger überfordern.
3. Frisches Geld drucken --> Inflation setzt Mitmachen der EZB voraus.
4. Letzter Weg ins Aus: Insolvenz anmelden --> Staatsbankrott.

Ein Staatsbankrott tritt ein, wenn niemand auf der Welt mehr bereit ist, einem Staat frisches Geld zu leihen. Bei der Staatspleite verlieren alle, die dem betreffenden Staat Geld geliehen haben. Umgekehrt gewinnt der Staat in dem Maße, wie er durch die Insolvenz seine Schulden los wird. Als haftende Staatsbürger zählen wir also theoretisch und auf den ersten Blick zu den Gewinnern, wenn der Staat die "Reset-Taste" drückt und das Spiel von vorne beginnt. Wie dann aber die Karten gemischt und von einem "Insolvenzverwalter" neu verteilt werden, weiß niemand. Siehe hierzu auch --> Glickenhaus im WDR: Staatsanleihen sind eine Falle

Ist die Allianz Hauptgewinner der Finanzkrise?
23.04.09, wurde am 13.05.09 bearbeitet  
Von: B. Obacht
Frage: Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Allianz-Gruppe große Probleme bekommen hätte, wenn nicht die Bundesregierung einige Banken wie die Hypo Real Estate (HRE) für systemrelevant erklärt hätte. Dann wäre ja die Allianz indirekt einseitig von uns Steuerzahlern gesponsort worden und damit ein Hauptprofiteur der Finanzkrise. Können Sie mir dazu Genaueres sagen?

Antwort:

Die Allianz gehört - wie einige andere Versicherungen und Banken auch - zu den Finanzhäusern, die von der "Rettung" der HRE profitieren. Ein großer Gläubiger der HRE soll die KfW sein, die laut SPIEGEL 531 Mio Euro an (weitgehend sicheren) Pfandbriefen und weitere 243 Mio Euro an (unsicheren) nachrangigen Papieren in ihren Büchern hat. So kann man vermuten, dass der Bund die HRE lieber "retten" wollte, um u.a. staatseigene Banken (KfW und Landesbanken) zu schonen. Ein sündhaft teures Unterfangen zu Lasten der Steuerzahler, denen eine Liste der HRE-Gläubiger immer noch vorenthalten wird. Eine Frechheit.

Bekommen wir eine Inflation?
05.03.09 
Von: Willmann
Frage: Täglich lese ich in der Zeitung, dass Experten vor einer Inflation warnen. Die Staaten würden ihre extrem hohe Verschuldung durch neu gedrucktes Geld finanzieren. Hohe Preissteigerungen und massive Geldentwertung seien unausweichlich. Was meinen Sie?

Antwort:

Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. In den USA pumpt die Notenbank FED sehr viel Geld in den Markt, das keinen realen Gegenwert hat. Preiserhöhungen scheinen dort unvermeidlich. In Europa, genauer im Euro-Gebiet, liegt der Fall anders: Die Europäische Zentralbank EZB ist von den EU-Ländern als unabhängige Institution installiert worden. Ihre Hauptaufgabe ist (nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank), die Währung stabil zu halten. Das heißt, die Geldmenge so zu steuern, dass keine nennenswerte Inflation entstehen kann. Wenn sich die EZB daran streng hält, sollten wir uns keine großen Sorgen machen. Wenn aber die Finanzminister der EU-Länder die EZB zu Handlungen zwingen, die rechtlich zwar nicht erlaubt aber faktisch denkbar sind, müssen wir das Vertrauen in den Euro aufgeben.


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Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung
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